Themengebiete Gerätetraining

42 Beiträge

Mit ein wenig Übung kann ein geschicktes Pferd die Steigerwald Zweibeinwippe auch als Ganzkörperwippe nutzen

Nass, kalt, dunkel, keine Zeit? Ab in die Pferde-Muckibude

Kompletter Workout auf engstem Raum

Wer kennt das nicht? Die Tage sind kurz, nasskalt und dunkel. Auf dem Reitplatz sind drei von vier Strahlern kaputt, in der Halle (wenn man eine hat) reiten alle kreuz und quer durcheinander, der überdachte Zirkel ist dauerbesetzt und im Gelände wird jeder Schritt zur Schlammschlacht.

Abhilfe ist einfach: das Fitnesscenter-to-go für Pferde.

Steigerwald.T Oval, der Dreiachsentrainer (Video)

Steigerwalt.T Oval – der Dreiachsentrainer

Denn physiologisches Wippen ist 1a-Muskeltraining für den ganzen Körper, schont die Gelenke und sorgt für maximale Durchblutung im ganzen Pferdekörper vom Schopf bis zur Sohle. So weit, so hilfreich. Es kommt noch besser!

Deine Wippe passt in die Stallgasse, die Kranken-Box, unters Solarium oder in den Unterstand vom Offenstall. Ratzfatz aufgebaut, bekommt dein Pferd sein Workout, ohne dass dir die Füße am Boden festfrieren oder du im Dunkeln nur noch tasten kannst, ob die Biegung im Pferd wirklich passt.

Ganzkörperwippen auf der Steigerwald.T 1250 (Video)

Stteigerwald.T 1250

Schon 15 bis 20 Minuten alle zwei Tage erhalten und fördern die Grundmuskulatur, vor allem die kleinen Haltemuskeln entlang der vielgestressten Wirbelsäule, die sonst keine Reit- oder Bodengymnastik erreichen kann. Und selbst wenn die Zeit nur für ein 10 Minuten Workout reicht, kommt dein Pferd ins Schnaufen und hat sich rückenfördernd angestengt.

Der eigentliche Clou ist, dass Pferde jeder Couleur und jeder Größe ein komplettes Indoor-Workout absolvieren können, vom Schimmelshetty bis zum Großformat-Schecken.

Pferde-Fitnessstudio
Steigerwald.T 2BW – die Zweibeinwippe

Was brauche ich, um mit meinem Pferd Gerätetraining zu machen?

Um das Gerätetraining gewinnbringend nutzen zu können, braucht’s ein paar Grundvoraussetzungen des Pferd-Mensch-Teams:

  1. der Mensch lernt gutes Clickern
  2. das Pferd lernt das Clickern (geht meist seeehr schnell)
  3. Pferd und Mensch lernen die Grundlagen der Plus-R Freiarbeit
  4. das Pferd lernt, begrenzte, instabile Flächen zu betreten
  5. das Team genießt alle Vorteile des Gerätetrainings

Click für mehr Infos zu den Wippen und zur Ausbildung eines Wippenpferdes.

Steigerwald.T Oval

Alkoholfreie Schunkel-Ei

„Die Drehscheibe“ hat es in sich

Ok, ich gebe zu, das Original der ZDF „Drehscheibe“ reicht mächtig weit in die Vergangenheit zurück, in die 60er des vorigen Jahrhunderts, um genau zu sein. Mir fiel nur grad kein anderer Aufhänger ein, denn es ist schon spät und eigentlich bin ich ja im Urlaub… Nun gibt es aber Themen, von denen ich einfach nicht loskomme, und Training gehört dazu.

„Die Drehscheibe“ also. Was genau trainieren wir eigentlich mit der Drehscheibe, aka dem Steigerwald.T Oval? Warum hat es bei uns den Spitznamen „Dreiachsentrainer“? Weil es mehr kann als nur schaukeln. Das Ei kann schunkeln, soll sagen, in jede beliebige Richtung abtauchen.

Der Witz an dem Oval ist die kleine Eichenholz-Halbkugel, auf der es montiert ist. Der geringe Durchmesser bedingt, dass die relativ kleine Standfläche schlagartig in alle Raumrichtungen kippen kann. Das Pony braucht nicht nur elastische Ganzkörperspannung, um sich auf der Plattform auszubalancieren. Jeder, der in der Reha mal auf einem Wackelbrett gestanden hat, weiß, was es für eine enorme Leistung ist, so ein Gerät zu betreten und darauf das Gleichgewicht zu halten. Es braucht zusätzlich kosmisches Körpergefühl, wieselflinke Reaktionen und ausgereifte Koordination von der süßen Nasenspitze zum Schweif.

Aber das ist noch nicht alles. Eine besonders hübsche Aufgabe ist es, das Oval aktiv und zielgerichtet zu bewegen. Das können Wippbewegungen in Längs- und Querrichtung sein, das 360°-Kreiseln auf der Gerätekante oder gar eine freie Rotation: das Pferd bringt das Oval in die Schwebe, hält es dort und dreht das freischwebende Ei. Dazu sind gut austarierte, blitzartige Ausgleichsbewegungen nötig mit präzise dosiertem Krafteinsatz auf isoliert arbeitenden Beinen.

Bislang ist die heiß begehrte Rotation des Ovals bei uns noch oft ein Zufallstreffer. Doch die wachsende Körperbeherrschung, die uns das Gerätetraining schenkt, macht sich schon jetzt bemerkbar in guter Koordination, Trittsicherheit und zunehmender Gelassenheit. Was sollte ein Pony noch schocken, das „Die Drehscheibe“ beherrscht? 

Wippenvariationen auf der Pferdewippe Steigerwald.T-2000

Alte Muster immer wieder aufgerebbelt

Raus aus der Routine

Was dem Strickkünstler recht ist, kann dem Pferdefreund billig sein: Bestehende Muster verändern und neu entwerfen. In beiden Fällen ergeben sich wertvolle Variationen. Auch auf den Steigerwald.T Pferdewippen.

Diesem Ratschlag folgend hat DC ihre gut etablierte Wippbewegung auf aktiv einwirkendes Zusatzgewicht eingestellt, und Skorri sein vertrautes Bewegungsmuster auf passiven Extraballast angepasst. Beiden haben die Köpfe geraucht 🙂

Die gewohnten Routinen regelmäßig zu verlassen, ist nicht nur gut für den Körper; es macht auch ein extra-schlaues Hirn 🙂

In der Hocke rückwärts aufs Podest

Knick im Knie

Krumme Knie für einen guten Zweck

Gewichtsverlagerung nach hinten ist Dísis Spezialität. Nur bleiben bei der Übung stets die Knie gerade. Dabei hätte ich doch so gern eine Hankenbeugung. Mit Gewichtsaufnahme. Wer wünscht sich das nicht?

Auf dem Steigerwald.T Dreiachsentrainer (dem „Dreh-Ei“) kam die Wende, entwickelte das Pony gefühlt „über Nacht“ Bewusstsein und Standfestigkeit in der Hinterhand.

Was macht sie nun damit? Nutzt das frisch verbesserte Körpergefühl für eine tragfähige Technik, Treppen rückwärts hochzusteigen. Mit Hankenbeugung. Click!

Dreiachsentrainer für Pferde

Der Pferde-Kreisel

DCs Einstieg ins Dreiachsentraining

Als erfahrenes Wippenpferd beherrscht und kontrolliert DC die Steigerwald.T Pferdewippen mittlerweile sehr geschickt in mehreren Wipptechniken. So sprach aus meiner Sicht nichts dagegen, das Islandmädchen mit einer neuen Dimension des Gerätetrainings bekannt zu machen: dem Steigerwald.T-1250 oval, auch liebevoll das „Dreh-Ei“ genannt.

Das Prinzip entspricht dem des Balance Boards aus der Physiotherapie: eine rutschfeste, runde Standfläche wird fest auf einer Halbkugel montiert, so dass sich die Standfläche in alle Raumrichtungen bewegen kann. Und wer auch immer bereit ist, ernsthaften Muskelkater in Kauf zu nehmen, bekommt ein hervorragendes Training für die stabilisierende Rumpfmuskulatur, die Koordination aller Haltemuskeln im Körper, die Propriozeption und den Gleichgewichtssinn.

Übertragen aufs Pferd haben wir quasi einen Gutteil der Trainingseffekte von Stellung, Biegung, Schulterherein, Kruppherein, Hankenbeugung, Travers plus des Balanceakts im Stangenmikado all-in-one. Plus extra Bauchmuskeltraining zur Entlastung des Rückens. Plus extra Rückentraining als Gegenspieler für die Bauchmuskeln. Plus die notwendige Koordination durch die Schaltzentrale. Plus in erster Linie den Clicker-Spaß.

Wer selbst schon einmal auf so einem Wackelbrett gestanden hat, weiß, warum ich den Dreiachsentrainer vor Beginn der ersten Einheit im Boden versenkt habe. So ein Höllengerät zu betreten und zu kontrollieren will gelernt sein. Schritt für Schritt. Das Video zeigt DCs erste Schritte auf dem Weg zum Dreiachsen-Pony.

Platzmangel auf der Pferdewippe

1250 mm Kuschelwippe

Signalbild. Ein Schreibfehler?

Ganz und gar nicht, sondern ein wichtiger, wenn auch mitunter schwer zu (er)fassender Punkt im Training. Es geht, wie der Name schon sagt, um ein Signal, ein kleines Stückchen Kommunikation zwischen zwei Teammitgliedern, inklusive des gesamten mit allen Sinnen erfassbaren Umfelds. Beispiel?

Wir stehen mit unserem Auto vor einer roten Ampel, beobachten die Verkehrsdisco gebannt, erhöhen die Körperspannung, als das gelbe Licht zusätzlich zum roten aufleuchtet, und fahren los, sowie die längerwelligen Leuchten erlöschen und GRÜN aufflammt.

Steht allerdings die gleiche Ampel als Blickfänger im Schaufenster einer Fahrschule, nehmen wir sie milde lächelnd zur Kenntnis, seufzen leise und erinnern uns vielleicht an die Heidenaufregung bei der Fahrprüfung… Ein und dasselbe Signal bekommt in einem anderen Umfeld eine andere Bedeutung und löst folgerichtig ein anderes Verhalten aus.

Genau das soll der Begriff „Signalbild“ plastisch vermitteln. Dísi kennt sich exzellent damit aus. Sie meint es gut mit mir und überprüft regelmäßig, ob ich auch noch nicht vergessen habe, was „Signalbild“ bedeutet.

So auch an jenem Abend, als ich mir in den Kopf gesetzt hatte Wege zu finden, mit ihr zusammen auf der Steigerwald.T-1250 zu wippen. Da ist nicht viel Platz für zwei. Man muss sich schon ein bisschen arrangieren. Neben ihr auf der Wippe zu stehen funzt nur, wenn ich mich an ihr festhalte. Sie wippt mit „Zug zur Linken“, einer neuen Art der Stabilisierung.

Zum Signalbild kommen wir, als ich auf der Wippe nach einem Sitzplatz suche. Ich war fest überzeugt gewesen, DCs längst generalisiertes Signalbild fürs Wippen sei, die Wippe unter den Hufen zu spüren. Wegen des Platzmangels muss ich halb unter das Pony kriechen. DC wippt nicht länger. Mensch taucht ab neben Pferd = Hufe geben? Knietarget…? Sie fängt an zu rätseln.

Mein Fehler, DC. Mit einer Handvoll Clicks und einem leicht entstellten Signal für den Crunch erkläre ich ihr ein zusätzliches Signalbild: „Kitzeln am Bauch auf der Wippe“ zählt ab sofort auch als Signalbild fürs Wippen. Nur an der B-Note müssen wir jetzt wieder feilen.

Wassertreten für Landratten

Der Ponypo tanzt

Als ob uns die Pferdewippen nicht ohnehin schon begeistern würden, lieferten mir jüngst Pferdeosteopathin Antje Tjarks (Pferdereha Friesland) und Wippenentwicklerin Nina Steigerwald bei dem Seminar „Pferdewippen & Osteopathie“ zwei Dutzend weitere gute Gründe, das Wippentraining gezielt weiterzuverfolgen. Interessierte können dieses spannende und höchst unterhaltsame Seminar sogar noch online und onsite buchen/besuchen.
 
Im Zuge dessen haben DC und ich uns mit den nächsten Schritten im Trainingsplan „Pferdischer Hüftschwung“ beschäftigt und sind ein hübsches Stück weitergekommen.
 
Aus den anfänglich unsichtbaren Gewichtsverlagerungen der Hinterbeine auf der Wippe entwickelt DCs schnuckeliger Ponypo Stück für Stück einen sexy Hüftschwung.
 
Das Beweisvideo belegt dabei auch gleich eine der großen Fallen beim Hinterhandwippen: ein zu großer Wippenausschlag, der das Pony unwiderstehlich dazu verleitet, die Ballen anzuheben. Das wollen wir ja gar nicht.
 
Fragt man sich, warum ich’s dann provoziert und zusätzlich auch noch verstärkt habe. Keine Ahnung? Doch, schon. Ich hab mich halt so unprofessionell dolle über den tanzenden Ponypo gefreut. Doch am Ende soll es natürlich eine physiologisch wertvolle Bewegung werden, sprich: eine Rotation des Beckens.
 
Nun, zumindest haben wir die neuronale Verdrahtung zwischen Hirn und Hanken ordentlich gefördert. Es kann nur von Vorteil sein, wenn DC bewusst wird, dass sie Hinterbeine hat, wo genau die sind und wie sie sie gezielt bewegen kann.

Wippentraining

Kopfarbeiter einmal anders

Warum Köpfchen nicht gefragt ist

Wenn es darum geht, eine Pferdewippe in Gang zu setzen, werden die Ponys erstaunlich einfallsreich. Und eigentlich auch wieder nicht, denn rasseunabhängig kommen sie recht vorhersehbar auf dieselben energiesparenden Ideen. Hier eine Handvoll der häufigsten Einfälle:

Offener Stand der Vorderhand

Sehr effektiv für den Kippeffekt. Es genügt eine leichte Entlastung des vorderen Beins, ein leichtes Beugen des Karpalgelenks, um den Wippenschwerpunkt nach hinten zu verlagern.

Offener Stand der Hinterhand

Das Pferd schiebt mit der Vorderhand das Gewicht auf den hinteren Huf. Die Chose kippt. Aber.

Anheben des Kopfes

Ah, der pferdische Masterplan. Gibt es einen noch einfacheren Weg, als den gefühlt zentnerschweren Riesenbaffi an dem ach-so-patenten Hebel ein bisschen zu lupfen, um die Wippe aus dem Gleichgewicht zu bringen?

Absenken des Kopfes

Siehe ob, nur anders (herum).

Kinn zur Brust ziehen

Masterplan light. Auch bereits fortgeschrittene Pferde machen’s mit Köpfchen. Für den flüchtigen Betrachter sieht es aus, als ob Hals(-hebel) und Kopf(-gewicht) ordnungsgemäß aus dem Spiel sind. Schaut man genauer hin, ergibt sich aus der Versammlung, die die Wippe in Bewegung setzt, sehr leicht eine Bewegung des Kinns zur Brust, die die Rückwärtsbewegung nicht unerheblich unterstützt.

Warum soll das Pony kopflos wippen?

Das versucht das Video zu zeigen, in Zeitlupe, auch wenn’s wegen der Beleuchtung qualitativ suboptimal zu sehen ist. Das Wippentraining dreht sich maßgeblich um die Rumpfmuskulatur und die begehrten kleinen Haltemuskeln entlang der Wirbelsäule, an die kaum ein anderes Training heran kommt. Macht doch keinen Sinn, diese tollen Trainingseffekte stumpf über den Kopf auszuhebeln…?

Nachweis einer leichten Schulter

Die Waage schlägt zum Heck hin aus

Überprüfung des relativen Gewichts

Für den heutigen kleinen Beitrag sehen wir großzügig über reiterlich gut etablierte, biologisch-physikalisch unsinnige Formulierungsgigs wie „leichte Schulter“ hinweg und setzen zusätzlich voraus, dass jeder weiß, was damit gemeint ist.

Aus vielen naheliegenden Gründen wünschen wir uns eine leichte Schulter bei unserem Reitpferd. Die ist gar nicht so einfach zu bekommen und noch viel schwieriger zu erkennen. Worauf ist also zu achten?

Wir machen es uns einfach und greifen auf ein seit Jahrtausenden bewährtes Hilfsmittel zur Gewichtsbestimmung zurück: eine Waage, auf der wir das Gewicht der Schulter mit dem der Hinterhand vergleichen.

DC stellt sich freudig brummelnd als Testpferd zur Verfügung und turnt für uns auf der Waage.

Der Waagenausschlag ist eindeutig: Die Schulter hängt hoch in der Luft, der Ponypo klebt am unteren Totpunkt.

Damit ist der Nachweis erbracht: Wir haben eine leichte Schulter.

Hinweis: Das Verfahren ist zum Patent angemeldet.