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Nasentarget als Verladehilfe

Sonderblog Hängertraining Teil 4

Butter bei die Fische

Der Trainingshänger ohne Dach und Mittelwand

Variante 4: Ohne Mittelwand und ohne Dach

Der Durchbruch? DC hat Platz, sie kann gucken, Resultat – sie traut sich. Na – zumindest ein bisschen. Erstmalig klettert das Islandmädchen über die Rampe hinaus und steht mit beiden Vorderhufen im Hänger/auf dem Hänger. Wie auch immer. Für einen Verladeverweigerer wie DC bedeutet das einen gewaltigen Schritt nach vorn.

Stand am Anfang

DC betritt die Rampe zögerlich mit beiden Vorderhufen im oberen Drittel.

Stand am Ende

DC betritt den Hänger flüssig mit beiden Vorderhufen auf den ersten 50 cm.

So weit, so gut. Was haben wir konkret gemacht?

  1. Das Dach abgenommen und die Mittelwand beiseite gestellt – siehe oben
  2. Flüssiges Rückwärtsgehen geübt (der Abgang von der Rampe und Ertasten der Unebenheiten mit den Hinterhufen ist eine große Herausforderung)
  3. Flüssiges Betreten eines gruseligen Untergrunds trainiert (diverse Matten, Podest, große Wippe)
  4. Rückwärts Treppensteigen geübt am halbierten Podest. Das hilft gegen den Absatz zwischen Rampe und Boden
  5. Geübt, verschiedene Untergründe zu betreten und „Nasentarget Pylone“ zu berühren

Warum diese scheinbaren Umwege

(von Nina Steigerwald so treffend „Pop-up-Fenster“ genannt)?

Zum einen kann ich viele fürs Verladen notwendige Verhalten und körperliche Fähigkeiten losgelöst vom häufig stressbeladenen Hänger trainieren. Das minimiert die Faktoren, die dem Pony beim Verladen Angst machen. Vergl. Punkte 1 bis 4.

Für die Nummer 5 gibt es zwei Gründe: Zum einen kann ich den großen Vorteil eines Ketten-Rückwärtsaufbaus nutzen. Was hat es damit auf sich? In diesem Falle besteht die Kette aus zwei Gliedern:

  1. „Gehe auf etwas Komisches rauf“
  2. „berühre das Nasentarget“.

Dísa weiß sicher, dass sie am Ende für das Berühren des Nasentargets ihren Click bekommt, unabhängig davon, wie „betritt irgendwas Komisches“ vorher konkret aussah.

Dieser „Ah, das kenne ich!„-Effekt birgt ein enormes Belohnungspotential in sich, wie jeder bestätigen kann, der im Trainerspiel als „Tier“ schon mal einen Rückwärtsaufbau mitgemacht hat. Das fühlt sich richtig gut an.

Zum zweiten habe ich leider keinen Co-Trainer. Mit einem hochwertig aufgeladenen Nasentarget verschaffe ich mir später, wenn DC allein in den Hänger steigt, etwas Zeit um nach vorn zu sprinten und sie füttern. Denn die engstirnigen Physiker bestehen darauf, dass man nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann.

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