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Beine kühlen: Medical Training

Kooperationssignal

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Wenn wir der Bedeutung des Kooperationssignals auf die Spur kommen wollen, hilft es, das Buchstabenmonster in seine Einzelteile zu zerlegen. „Kooperation“ ist ein Schlaumeierausdruck für Zusammenarbeit, und ein „Signal“ kann als „wahrnehmbares Zeichen mit einer bestimmten, vereinbarten Bedeutung zur Übermittlung einer Information“ definiert werden. Ein Kooperationssignal soll also streng wörtlich genommen über die Bereitschaft zur Zusammenarbeit informieren. Die österreichische Tiertrainerin Anna Oblasser-Mirtl[1] nennt es auch das „Ich-bin-bereit“-Signal, oder kurz: IBB-Signal.

Anders ausgedrückt ist ein Kooperationssignal also eine für den Menschen gut wahrnehmbare Einverständniserklärung des Pferdes, die unmittelbar folgenden Manipulationen bereitwillig auszuhalten.

Daraus leitet sich ab, welche Anforderungen ein Kooperationssignal erfüllen sollte:

  • vom Menschen leicht wahrzunehmen
  • vom Pferd leicht auszuführen, ggf. auch über einen längeren Zeitraum hinweg, und leicht abzubrechen
  • die notwendigen Manipulationen durch eine geeignete Körperhaltung des Pferdes unterstützen oder, falls das nicht möglich ist, zumindest nicht behindern

So wäre es wenig hilfreich, wenn das Pferd als Kooperationssignal ein Target mit den Nüstern berührt, wenn dabei eine Maulkontrolle durchgeführt werden soll.

Am Target vorbei lässt es sich dem Gaul schlecht ins Maul schauen. Ähnlich unzweckmäßig wäre ein Wangentarget rechts, wenn der Mensch an der Fessel hinten links einen Verband anlegen möchte. Das Pferd müsste durchsichtig sein, damit man die Berührung des Targets überhaupt sehen kann.


[1] Anna Oblasser-Mirtl und Barbara Glatz, „Medical Training für Hunde: Körperpflege und Tierarzt-Behandlungen vertrauensvoll meistern (Cadmos Verlag)

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